Denkmal aktiv 2013/2014
Verschwunden - Vergessen - Wiederentdeckt: einzigartiges Kulturerbe in Eberswalde
Na klar, ein Maurer hat in seinem Berufsleben vorwiegend mit dem Neubau zu tun. Das ist schon in der Berufsausbildung so. Je nach Firma und Auftrag vielleicht auch mal mit Altbausubstanz. Überall nagt der Zahn der Zeit am Vergangenen, an dem, was Menschen vor uns geschaffen haben. Damit es nicht spurlos verschwindet tut sich in Eberswalde so einiges. Schließlich handelt es sich um unser kulturelles Erbe. Was alles hinter so einem alten Bauwerk steckt, warum es gebaut wurde, wer es entwarf, wer es baute, warum es sich veränderte … kann man nur durch Nachforschen, Recherchieren, Erkunden und Zusammentragen gewonnener Informationen erfahren. Das machten Schüler der ehemaligen Abteilung Bau-, Holz- und Farbtechnik im Oberstufenzentrum II Barnim bereits seit dem Schuljahr 2010/11. An Projekttagen und in Projektwochen erarbeiteten unsere Bautechniklehrlinge mit großem Interesse diverse Plakate und Powerpoint-Präsentationen über Baudenkmale im Finowtal. Sogar einen Tag des offenen Denkmals im Brennofengebäude der Messingwerksiedlung stellten sie auf die Beine.
Zu Stande kam das alles, weil wir uns im Jahr 2010 für die Teilnahme am Schulförderprogramm „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bewarben und mit unserem ausführlichen Antrag von der Jury ausgewählt wurden. Somit wurden wir bei der Umsetzung unserer Projektziele und Ideen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanziell unterstützt, sonst wäre unsere Arbeit in diesem Maße und Rahmen nicht möglich gewesen.
Im Schuljahr 2012/13 führten unsere Bautechnikschüler eine Informationswoche über unsere bisherige „denkmal aktiv“-Arbeit durch. Schüler:innen anderer Schulen kamen mit ihren Lehrkräften zu uns, ließen sich begeistern und zur Mitarbeit im Projekt anstecken. So gelang es uns, die Nordend-Schule (Förderschule) Eberswalde und die Karl-Sellheim-Schule (Oberschule mit Grundschulteil) Eberswalde ins Boot zu holen. Sogar ein 3. Partner, die Bergschule Heiligenstadt (Gymnasium) in Thüringen, bekundete sein Interesse, dem Verbund beizutreten. Unter dem gemeinsamen „denkmal aktiv“-Arbeitstitel „Verschwunden-Vergessen-Wiederentdeckt, einzigartiges Kulturerbe“ konnte sich jede dieser 4 Schulen in diesem Schuljahr mit ihren Ideen zum Erforschen und Erhalten menschlichen Schaffens auf ihre Weise austoben und einbringen. Ein Höhepunkt war unser Verbundtreffen am 20. März 2014 sein. Unser OSZ II Barnim organisierte einen gemeinsamen Projekttag, an dem jede Schule ihr eigenes Projekt vorstellte. Maurerlehrlinge des 3. Ausbildungsjahres führten unsere Gäste durch die Messingwerksiedlung und berichteten dort über die schönen und spannenden Sehenswürdigkeiten. Weiter ging es in die Karl-Sellheim-Schule, wo uns die Schüler:innen den Gegenstand Ihrer „denkmal aktiv“-Arbeit, die 5 Keramikreliefs an der Schulfassade, vorstellten. Last but not least begaben wir uns nach Eberswalde, Nähe Schützenplatz. Die Schüler:innen der Nordend-Schule führten uns zur Bodenplatte des Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturms, um über die Geschichte des Turms zu erzählen und von ihren Visionen über den eventuellen Bau eines neuen Turms zu berichten.
Besonders stolz sind wir darauf, dass sich Schüler:innen verschiedener Schulformen zu diesem Projekt zusammenfanden, sich als junge Generation bereits so interessiert mit dem Thema kulturelles Erbe befassten und sich über ihre Projektarbeiten austauschten.
B. Purr
Verbundtreffen denkmal aktiv 2014
Nach vielen Wochen der Vorbereitung und der Absprachen gelang es endlich, an diesem Tag alle beteiligten Schulen, Schüler:innen sowie Lehrkräfte in das OSZ II Barnim einzuladen und einen ganzen Tag dem Projekt zu widmen. Auch die Gruppe der Bergschule Heiligenstadt fand den Weg zu uns.
Die Schulleiterin Heike Borecky eröffnete das Treffen und übergab an Beate Purr, der Projektleiterin. Sie hatte einen aktionsreichen Tag geplant, welcher die Bandbreite des Verbundprojektes facettentreich verdeutlichte. Nach dem gemeinsamen Frühstück fuhren die Teilnehmenden zu den ausgewählten denkmal aktiv-Projekten in der Stadt. Den Anfang machten unsere Auszubildenden des Maurerhandwerks, die eine Führung durch die Messingwerksiedlung organisiert hatten. Nächste Station war der Eingang der Karl-Sellheim-Schule in Westend. Hier ging es um die Sicherung der Wandreliefs im Eingangsbereich als Zeugnis der DDR-Kunst. Der Abschluss der Rundfahrt führte zum Standort des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturmes, in Nähe der heutigen Märchenvilla/ Brunnenstraße. Dort übernahmen die Schüler:innen der Nordend-Schule die Führung, denn der ehemalige Aussichtsturm war ihr Arbeitsschwerpunkt.
Alle Beteiligten erlebten einen aktionsreichen und informativen Tag, die gemeinsame Arbeit im Verbundprojekt zeigte erste Ergebnisse.