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Verschwunden - Vergessen - Wiederentdeckt: einzigartiges Kulturerbe in Eberswalde

Na klar, ein Maurer hat in seinem Berufsleben vorwiegend mit dem Neubau zu tun. Das ist schon in der Berufsausbildung so. Je nach Firma und Auftrag vielleicht auch mal mit Altbausubstanz. Überall nagt der Zahn der Zeit am Vergangenen, an dem, was Menschen vor uns geschaffen haben. Damit es nicht spurlos verschwindet tut sich in Eberswalde so einiges. Schließlich handelt es sich um unser kulturelles Erbe. Was alles hinter so einem alten Bauwerk steckt, warum es gebaut wurde, wer es entwarf, wer es baute, warum es sich veränderte … kann man nur durch Nachforschen, Recherchieren, Erkunden und Zusammentragen gewonnener Informationen erfahren. Das machen Schüler der Abteilung Bau-, Holz- und Farbtechnik im Oberstufenzentrum II Barnim bereits seit dem Schuljahr 2010/11. An Projekttagen und in Projektwochen erarbeiteten unsere Bautechniklehrlinge mit großem Interesse diverse Plakate und Powerpoint-Präsentationen über Baudenkmale im Finowtal. Sogar einen Tag des offenen Denkmals im Brennofengebäude der Messingwerksiedlung stellten sie auf die Beine. Wer sich 10 Minuten seiner kostbaren Zeit gönnt, findet unseren Beitrag über die Villa Hirsch, das Alte Hüttenamt und den Wasserturm Finow im Internet bei Youtube unter dem Titel „Fünf Maurer und ein Zimmermann“.

Zu Stande kam das alles, weil wir uns im Jahr 2010 für die Teilnahme am Schulförderprogramm „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bewarben und mit unserem ausführlichen Antrag von der Jury ausgewählt wurden. Somit werden wir bei der Umsetzung unserer Projektziele und Ideen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanziell unterstützt, sonst wäre unsere Arbeit in diesem Maße und Rahmen nicht möglich.

Im Schuljahr 2012/13 führten unsere Bautechnikschüler eine Informationswoche über unsere bisherige „denkmal aktiv“-Arbeit durch. Schüler und Schülerinnen anderer Schulen kamen mit ihren Lehrerinnen zu uns, ließen sich begeistern und zur Mitarbeit im Projekt anstecken. So gelang es uns, die Nordend-Schule (Förderschule) Eberswalde und die Karl-Sellheim-Schule (Oberschule mit Grundschulteil) Eberswalde ins Boot zu holen. Sogar ein 3. Partner, die Bergschule Heiligenstadt (Gymnasium) in Thüringen, bekundete sein Interesse, dem Verbund beizutreten. Unter dem gemeinsamen „denkmal aktiv“-Arbeitstitel „Verschwunden-Vergessen-Wiederentdeckt, einzigartiges Kulturerbe“ kann sich jede dieser 4 Schulen in diesem Schuljahr mit ihren Ideen zum Erforschen und Erhalten menschlichen Schaffens auf ihre Weise austoben und einbringen. Ein Höhepunkt wird unser Verbundtreffen am 20. März 2014 sein. Unser OSZII Barnim organisiert einen gemeinsamen Projekttag, an dem jede Schule ihr eigenes Projekt vorstellen wird. Maurerlehrlinge des 3. Ausbildungsjahres führen unsere Gäste durch die Messingwerksiedlung und werden dort über die schönen und spannenden Sehenswürdigkeiten berichten. Weiter geht es in die Karl-Sellheim-Schule, wo uns die Schülerinnen und Schüler den Gegenstand Ihrer „denkmal aktiv“-Arbeit, die 5 Keramikreliefs an der Schulfassade, vorstellen werden. Last but not least begeben wir uns nach Eberswalde, Nähe Schützenplatz. Die Schülerinnen und Schüler der Nordend-Schule führen uns zur Bodenplatte des Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturms, um über die Geschichte des Turms zu erzählen und von ihren Visionen über den eventuellen Bau eines neuen Turms berichten.

Besonders stolz sind wir darauf, dass sich Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen zu diesem Projekt zusammenfinden, sich als junge Generation bereits so interessiert mit dem Thema kulturelles Erbe befassen und sich über ihre Projektarbeiten austauschen. Wir freuen uns auf dieses Ereignis.

B. Purr

Dieser Artikel wurde auch in der Lokalpresse (31.03.2014) veröffentlicht.


Verbundtreffen denkmal aktiv 2014

20.03.2014

Nach vielen Wochen der Vorbereitung und der Absprachen gelang es endlich, an diesem Tag alle beteiligten Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in das OSZ II Barnim einzuladen und einen ganzen Tag dem Projekt zu widmen. Auch die Gruppe der Bergschule Heiligenstadt fand den Weg zu uns.

Die Schulleiterin Heike Borecky eröffnete das Treffen und übergab an Beate Purr, der Projektleiterin. Sie hatte einen aktionsreichen Tag geplant, welcher die Bandbreite des Verbundprojektes facettentreich verdeutlichte. Nach dem gemeinsamen Frühstück fuhren die Teilnehmer zu den ausgewählten denkmal aktiv-Projekten in der Stadt. Den Anfang machten unsere Auszubildenden des Maurerhandwerks, die eine Führung durch die Messingwerksiedlung organisiert hatten. Nächste Station war der Eingang der Karl-Sellheim-Schule in Westend. Hier geht es um die Sicherung der Wandreliefs im Eingangsbereich als Zeugnis der DDR-Kunst. Der Abschluss der Rundfahrt führte zum Standort des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturmes, in Nähe der heutigen Märchenvilla/ Brunnenstraße. Dort übernahmen die Schülerinnen und Schüler der Nordend-Schule die Führung, denn der ehemalige Aussichtsturm ist ihr Arbeitsschwerpunkt.

Alle Beteiligten erlebten einen aktionsreichen und informativen Tag, die gemeinsame Arbeit im Verbundprojekt zeigt erste Ergebnisse.

  • Die Projektteilnehmer
  • Vortrag vorm Wasserturm
  • Vortrag in der Messingwerksiedlung
  • Reliefs in Westend Karl-Sellheim-Oberschule
  • Vortrag in Westend Karl-Sellheim-Oberschule
  • Vortrag am Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm

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