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Denkmal aktiv 2011/ 2012

Im Mittelpunkt des "denkmal aktiv"-Projekts stehen zeittypische Bauwerke des 19. Jahrhunderts, insbesondere ausgewählte Arbeits- und Wohnstätten im industriel aufstrebenden Finowtal. Konkrete Objekte unserer Arbeit sind die Papierfabrik Wolfswinkel, das ehemalige Brennofengebäude, der Finower Wasserturm, die Villa Hirsch, das Alte Hüttenamt und die Wohnkaten in der Messingwerksiedlung in Eberswalde, Ortsteil Finow.

Herausgearbeitet werden die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichem Fortschritt und baulichen Erfordernissen sowie den daraus entstandenen Folgen für das gesellschaftliche und kulturelle Leben während dieser Zeit. Es findet eine Auseinandersetzung mit den Einzelheiten der Fassadengestaltung, der Gesamtheit und den Teilen bestimmter Konstruktionen, den Überresten ursprünglicher Wohn- und Produktionseinrichtungen, authentischen Materialien und handwerklichen Ausführungen statt.

Unser Interesse gilt der Wissensvermittlung über unser Kulturerbe, der Wertschätzung für historische Bausubstanz verbunden mit der Aneignung vielseitiger Kompetenzen während des gesamten Projekt-Prozesses.

Im Unterricht und in Projektwochen behandeln wir die allgemeinen Schwerpunkte des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, befassen uns mit der Entstehungsgeschichte, Baustilen, architektonischen Elementen, Konstrutionen und Baustoffen ausgewählter Bauwerke. Angestrebte Objekte sind die Papierfabrik Wolfswinkel, das ehemalige Brennofengebäude, der Finower Wasserturm, die Villa Hirsch sowie das Alte Hüttenamt der Messingwerksiedlung. Es ist ungewiss, was aus einigen dieser Bauwerke in naher oder ferner Zukunft wird, weshalb wir uns ihnen besonders widmen wollen.

Neben dem Erwerb fachlicher Kompetenzen während der Projektarbeit, wollen wir durch unsere Aktivitäten den Gemeinschaftssinn zwischen Jugendlichen und Erwachsenen über das Interesse an der Erforschung und Mitgestaltung des Lebensumfeldes fördern. Wir entwickeln Kompetenzen, um öffentlich wirksam zu werden, sinnvolle Ideen zu präsentieren und gemeinsam für ihre Umsetzung tätig zu werden.

Die Organisation zur Durchführung unserer Vorhaben lag hauptsächlich in der Hand von Frau Purr. Sie war verantwortlich für die Umsetzung des geplanten Ablaufs in den Klassen der Bautechnik. Diese sind Hochbaufachwerker des 1., 2. und 3. Ausbildungsjahres, Bautechnikgrundbildung 1. Ausbildungsjahr,Mauerer/Hochbaufachwerker 2. sowie Maurer 3. Ausbildungsjahr. Unterstützt wurde Frau Purr durch Frau Helfensteller. Weitere Kollegen unserer Abteilung brachten sich und ihre Schüler partiell in unsere denkmal-aktiv-Arbeit ein, je nach den zum Ausbildungsprofil passenden Möglichkeiten und/oder den Interessen der Schüler.

Über Frau Purr fand die Verknüpfung zu anderen Partnern statt. Es wurden gemeinsame Termine festgelegt und im Vorfeld über organisatorische und inhaltliche Schwerpunkte nachgedacht, um diese gemeinsam mit allen Beteiligten zu beraten und Konzepte zu erarbeiten. Gemeinsame Veranstaltungen wurden inhaltlich besonders durch Herrn Kuchenbecker und Frau Klitzke unterstützt.

Neue Partner sind in diesem Schuljahr Herr Gabsch, ehemaliger Sachgebietsleiter der unteren Denkmalschutzbehörde sowie Herr Scholtz, interessierter Rentner und Hobby-Modellbauer. Beide besitzen umfangreiche Kenntnisse über spezielle Baudenkmale in Eberswalde und stellen uns nach Bedarf ihr Wissen zur Verfügung, insbesondere zum Tag des offenen Denkmals.

Herr Wolff von der Stadtverwaltung Eberswalde ist Ansprechpartner, wenn es um Befindlichkeiten zum Brennofengebäude geht. Über ihn erhalten wir jederzeit Zutritt in das Gebäude und klären mit ihm die Rahmenbedingungen zum Durchführen von dortigen Veranstaltungen geht (z.B. Tag des offenen Denkmals). Bautechnische Aspekte und Probleme werden u.a. nach Bedarf mit Herrn Wilke, Ausbilder im Komzet Wriezen, besprochen.

An der Denkmalarbeit interessierte Bürger stellten Fotos und anderes Anschauungsmaterial zur Verfügung oder versorgten uns mit ihrem Wissen aus der Vergangenheit. Ausbildungsbetriebe unserer Lehrlinge sowie überbetriebliche Ausbildungsstätten wurden über unsere denkmal aktiv-Arbeit informiert und gebeten, uns fachlich und materiell zu unterstützen. Leider kam keine Zusammenarbeit zu Stande.

Mit den Partnerschulen unseres Verbundes, der Knobelsdorffschule und der Marcel-Breuer-Schule Berlin traten wir in einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Wir begannen mit einer gemeinsamen Veranstaltung in der Messingwerksiedlung Eberswalde, Ortsteil Finow, dortigen Führungen und Besichtigungen verschiedener Gebäude und dem Besuch der historischen Tischlerei Blankenburg.

Im Verlauf Arbeit knüpften wir neue Kontakte, die auf gegenseitigem Interesse beruhen und nachhaltig wirken sollen. Nur gemeinsam erreichen wir unser Ziel,Vergangenes zu bewahren, um Zukünftiges zu gestalten.

 (aus dem Abschlussbericht Deutsche Stiftung Denkmalschutz)