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Entstehung und Geschichte

1815 - 1827

Die Erwähnung einer "Erwerbsschule" (Berufsschule), geht nach "Geschichte der Stadt Eberswalde II" auf das Jahr 1815 zurück. "Unterm 06. Januar 1815 begründete ein Bürgerkuratorium eine Erwerbsschule, die zunächst für die ärmere Bevölkerung gedacht war. Arme Kinder sollten unentgeltlichen Unterricht in weiblichen Handarbeiten erhalten, zu nützlicher Tätigkeit angehalten werden, um einst durch eigenen Fleiß ihr Fortkommen in der Welt zu begründen." Erste Vorsteherin (Schuldirektorin) war die Witwe Kauffmann, die 18 Stunden zu unterrichten hatte und dafür eine Monatsentschädigung von 4 Reichstalern erhielt. Die Schule trat mit sechs Knaben und sechs Mädels ins Leben.

1827 - 1913

Am 18. November 1827 gründete ein Kuratorium eine Sonntagsschule, "die nicht bloß für Gesellen und Lehrburschen, sondern auch für die Dienstboten weiblichen Geschlechts, welche sich im Lesen, Schreiben und Rechnen noch üben und das Versäumte nachholen sollen," gedacht war. Ab 1850 hieß die Schule Fortbildungsschule und bestand aus 2 Klassen, die sonntags von 16 bis 18 Uhr in Lesen, Schreiben, Rechnen und Zeichnen unterrichtet wurden.

1874 erklärte sich die Stadt Eberswalde bereit "eine Fortbildungsschule zu gründen und schuf dazu mit Regierungsgenehmigung ein Ortsstatut, das alle jungen Volksgenossen zwischen 14 und 18 Jahren zum Besuch des Unterrichts verpflichtete."  Der Unterricht sollte an 4 Wochentagen von 19 bis 21 Uhr stattfinden. Die Schule wurde 1884 geschlossen, da die Handwerkerkreise sich gegen einen weiteren Ausbau sträubten. "114 Schüler waren damals eingeschult. Es wird über Widerspenstigkeit und Versäumnis der Schüler sehr geklagt. Der Schulleiter bat sogar um polizeilichen Beistand, da einem großen Teile der Schüler alle Respekte außer vor der Polizei abgehen."

Am 2. November 1891 wurde nach "hartem Kampf mit den Innungen" die gewerbliche Fortbildungsschule eröffnet, welche 1902 in die gewerbliche Pflichtfortbildungsschule überging.

Am 11. Februar 1904 eröffnete die kaufmännische Fortbildungsschule.

1913 betrug die Schülerzahl in der gewerblichen Fortbildungsschule 672, in der kaufmännischen Fortbildungsschule 151.

1914 - 1990

Während des ersten Weltkrieges ruhte der Unterricht teilweise. Seit 11. November 1926 wurde die Schule in Berufs- und Handelsschule gegliedert.

Die Schule befand sich bis 1931 im Haus der jetzigen Bruno-H.-Bürgel-Schule, von da ab in der ehemaligen Reichsfeuerwehrschule (in der heutigen Brunnenstraße) und in der Bürgerschule am Grabowplatz (Standort des heutigen Gymnasiums Alexander von Humboldt). Ab 1935 befand sich die Schule in Räumen der Mädchenschule (heutige Grundschule Mitte in der Friedrich-Engels Straße).

Nach dem 2. Weltkrieg begann der Unterricht am 15.10.1945 mit 300 Schülerinnen und Schülern und 6 Lehrkräften im Gebäude der ehemaligen erweiterten Oberschule in der Eisenbahnstraße 100.

Von September 1946 bis zum März 1951 wurde der Unterricht in der ehemaligen Feuerwehr und im Heimatmuseum durchgeführt.

1950 wurde der Aufbau eines  beruflichen Weiterbildungszentrums in der ehemaligen Jägerstraße, heutige Puschkinstraße, beschlossen. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler enttrümmerten gemeinsam das stark zerstörte Gebäude in der heutigen Puschkinstraße, so dass in der Woche vom 12.03.1951 bis zum 18.03.1951 der Umzug erfolgte. Die offizielle Schuleinweihungsfeier fand am 18. März 1951 statt.

Bis zum Jahre 1970 hatte die Schule wechselnde Bezeichnungen, bis sie dann den Namen "Kommunale Berufsschule Eberswalde" trug, der bis zum Jahre 1990 gültig war.

Jährlich wurden an der Schule ca. 2000 Auszubildende in den unterschiedlichsten Berufen, wie Bau- und Maschinenschlosser, Elektroinstallateure, Maurer, Apothekenhelfer, Friseure, Zahnarzthelfer, Chemiefacharbeiter, Bürokräfte, Köche u.a. beschult.

Parallel dazu begann, wie z.B. im Kranbau Eberswalde am 01.09.1949, die Lehrlingsausbildung auch in anderen Betrieben. Diese Betriebe begannen bald auch mit der theoretischen Ausbildung der Auszubildenden. Somit entstanden die Betriebsberufsschulen oder Betriebsschulen in Betrieben wie dem Reichsbahnausbesserungswerk Eberswalde, dem Kranbau Eberswalde, dem Walzwerk Finow. Später folgten die Handelsorganisation, das Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde, das Kombinat industrieller Mast usw.

1990 - 2000

Noch vor der staatlichen Vereinigung am 03.10.1990, wurde am 13.08.1990 das Gesetz über die Berufsschulen erlassen, welches die bis dahin eigenständigen Berufsschulen in die Rechtsträgerschaft der Landkreise überführte.

Am 22.08.1991 erfolgte der Verbund der ehemaligen eigenständigen Berufsschulen der Kreise Bernau und Eberswalde. Ziel war die Bildung eines Oberstufenzentrums.

Am 02.09.1992 erfolgte die vorläufige Genehmigung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport zur Errichtung von zwei gemeinsamen Oberstufenzentren der Kreise Bernau und Eberswalde.

Die endgültige Genehmigung des MBJS zur Errichtung des Oberstufenzentrums II Barnim ist auf den 21. August 1995 datiert.

Im Februar 2000 erfolgte der letzte Umzug der Abteilung Bautechnik/ Holztechnik/ Farbtechnik und Raumgestaltung und der Abteilung Ernährung/ Hauswirtschaft und Körperpflege an den Standort Alexander-von-Humboldt-Straße 40, in Eberswalde.

Die offizielle Eröffnung des Oberstufenzentrums II Barnim in seiner jetzigen Form fand im Mai 2000 statt.

Der Abriss der Schulchronik entstand mit freundlicher Unterstützung von Herrn Werner Kuck, Schulleiter i.R., Herrn Siegfried Ploschenz, Schulleiter i.R., Herrn Gerd Aron, Berufsschullehrer i.R., Herrn Herbert Winter, Berufsschullehrer i.R.

Weitere Quellen: Schmidt, Geschichte der Stadt Eberswalde, Teil II
Kreisarchiv des Landkreises Barnim

Portalbild OSZ II Barnim

2012

Im August 2012 wurde der Neubau am Schulstandort Finow zur Nutzung übergeben, was für die Abteilung 4 den Umzug von der Außenstelle Kyritzer Straße 29 im Brandenburgischen Viertel nach Finow bedeutete. Das Berufliche Gymnasium ist nun in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gymnasium Finow und der Kreisvolkshochschule, wodurch neue Kooperationsformen in der Ausbildung möglich werden.

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